Was ich so schrub

Heute darf ich auch mal fahren

Mehr als 70 Kurzgeschichten zum Lachen, Nachdenken, im Hals stecken bleiben und doch wieder Lachen. Ausschließlich zu haben bei amazon und in meinen Lesungen. Sie haben die Wahl, der Preis von 7,99 € ist stets der gleiche.



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Lesungen leicht gemacht?


Erfahrungen sind durch nichts zu ersetzen als durch Erfahrungen.

Dennoch macht es durchaus Sinn, von den Erfahrungen anderer Menschen zu zehren und sich damit ein Stück weit eigene und vielleicht bittere Erkenntnisse zu ersparen. Aus diesem Grund habe ich meinen Wissensschatz rund um Lesungen in ein Taschenbuch verpackt. Auch dieses Buch erhalten Sie ausschließlich bei amazon oder in meinen Lesungen. Was ja durchaus Sinn macht, wenn Sie auch durch Erleben lernen möchten.

Das Buch kostet lächerliche und gut investierte 4,98 € und enthält keine Tipps für Profis, sondern richtet sich bewusst an Anfänger in Sachen Lesungen.



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Die Löffel-Liste

In dieser Anthologie sind Kurzgeschichten enthalten, die sich alle mit dem Thema „Letzter Wunsch“ beschäftigen. Die Löffel-Liste ist eine Liste der Taten, die man noch erledigen möchte, bevor man den Löffel abgeben muss. Mein Anteil an dieser bewegenden Anthologie ist eine Geschichte, die vielleicht mit einem Burn-Out beginnen könnte und mit einem Knalleffekt endet. Aber lesen Sie gern selbst. Das Buch ist im gut sortierten Buchhandel erhältlich oder bestellbar und kostet 9,90 €. Ich habe auf meinen Tantiemenanteil zugunsten eines gemeinnützigen Projekts verzichtet.




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Krimis mit Fell und Schnauze

Eine hübsche Anthologie aus Kurzgeschichten mit kriminellem Hintergrund aus Sicht besonderer Fahnder, Ermittler und Täter. Mein Anteil besteht aus einer Kurzgeschichte, die aus der Sicht eines keineswegs Fell tragenden Erzählers geschrieben ist. Aber lesen Sie gern selbst.

Auch bei dieser Anthologie habe ich auf meinen Tantiemenanteil zugunsten eines gemeinnützigen Projekts verzichtet. Das Taschenbuch ist im gut sortierten Buchhandel oder auf Bestellung erhältlich und kostet 9,90 €.



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Du sollst nicht … oder lieber doch?

Künstler schreiben und zeichnen gegen Terrorismus. Fanatiker, die Religion als Vorwand nutzen, ihre unmenschlichen Taten zu rechtfertigen, haben die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo angegriffen. Dieses Attentat haben viele regionale Künstler genutzt und einen klaren Standpunkt gegen Terror und religiösen Wahn gesetzt. Alle Tantiemen aus dem Verkauf dieses kunterbunten Heftes im Format Din A4 gehen an die Opfer des Anschlags gegen die Meinungsfreiheit. Das Buch ist für 3,98 € nur bei Amazon und den beteiligten Menschen erhältlich.



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Sehen

Videos sind immer ein Abenteuer. Eine Lust für die Anschauenden, wenn sie das richtige Video gefunden haben und eine keineswegs immer lustvolle Angelegenheit für die Person, die sich selbst dann erleben darf. Sie kennen das bestimmt aus vielen Handyvideos, die mit Ihnen gefilmt wurden.

Der nachfolgende kleine Filmausschnitt bedarf einer kleinen Einleitung.

2011 habe ich eine Lesung aller mir bekannter Autorinnen und Autoren im Unperfekthaus Essen (nebenbei ein wunderbarer Ort für so etwas und noch viel mehr) veranstaltet. Dabei habe ich nicht nur durch die mehrstündige Lesung geführt, sondern auch selbst gelesen. Das Ganze wurde professionell aufgezeichnet und geschnitten. Die Kuriosität der vollzogenen Idee, dass ich mich am Anfang selbst anmoderiere, hat inzwischen Kultcharakter bekommen und wird immer wieder gern von mir gefordert. Nicht immer gehen geprobte Dinge glatt, aber schauen Sie selbst.

Bitte beachten Sie die Hinweise auf das Buch und die Homepage im Vor- und Nachspann nicht. Das war einmal. Aber noch immer ein Kult ist die Geschichte, die inzwischen Titel meines aktuellen Buches geworden ist, „Heute darf ich auch mal fahren“.

Mittelalter

Mittelalter

Carsten (CeKaDo) Koch

Ach Murat, da wo du herkommst, herrscht ja noch dunkelstes Mittelalter. Unsere Kultur war dir bestimmt fremd, als deine Eltern dich hierhergebracht haben, oder? Ich kann dir aber sagen, selbst in unserem, ach so zivilisierten Land, gibt es noch immer Typen, die lieber im Mittelalter leben und Rituale vollziehen, bei denen dir schlecht wird. Obwohl, du bist ja eine ziemlich harte Type, wie ich sehe.

Murat, willst du wissen, warum ich hier mit dir rede? Wegen der Sache mit dem Mittelalter, könnte ich sagen. Weil meine Ex-Frau nicht begriffen hat, dass wir in der Neuzeit leben. Darum sitze ich hier bei dir, wir trinken deinen türkischen Kaffee und will dir meine Geschichte erzählen.

Murat, weißt du, was Liebe ist? Du nickst wissend. Ich kann dir davon berichten, was ich als Liebe erfahren habe. Liebe tut weh, endet immer im Chaos und lohnt sich nicht, wenn man ein friedliches Leben haben will. Lass die Finger von der Liebe, das kann ich dir nur raten. Als ich mich damals in meine Frau verliebte, war ich tief in meinem Inneren schon sicher, dass es eine gewaltige Portion Wahnsinn war, die da auf mich zukommen sollte. Sie war klein, blond, hatte lange Haare und qualmte am Tag zwei Schachteln Zigaretten weg. Ich war dunkelhaarig, groß gewachsen und Nichtraucher. Aber wenn die Liebe auf einen Misthaufen fällt, wachsen auch da zarte Pflanzen des Vergessens. So wurden wir ein Paar und heirateten sogar, obwohl mir eine innere Stimme vor dem Altar flüsterte, ich solle jetzt einfach abhauen und so weit laufen, wie mich meine Füße tragen.

Hätte ich damals lieber auf Gottes Stimme gehört und getan, was zu tun ist. Aber nein, ich war blind. Die Beziehung wurde gewaltsam, Murat, du kennst das bestimmt aus deinem Heimatland. Da schlagen Männer schon mal auf offener Straße ihre Frauen, wenn die nicht parieren. Hier bekam ich Prügel, wenn ich nicht funktionierte, allerdings immer hinter verschlossenen Türen. Weichei nennst du mich? Ich gebe es zu, ich war nicht in der Lage, eine Frau zu schlagen. Auch als sie mir das Messer quer durch mein Gesicht zog, wehrte ich mich nur schwach und stieß sie von mir. Die Narbe kannst du hier noch sehen. Sie ging zum Arzt und zeigte mich wegen Misshandlung an. Das war meine erste Verhandlung vor Gericht als Beschuldigter. Da hast du als Mann schlechte Karten, das kannst du glauben. Geldbuße statt Haft bekam ich auch nur, weil ich noch ein unbeschriebenes Blatt war. Die Alte lief jedoch jetzt richtig Amok, fühlte sie sich doch durch das Urteil noch bestärkt.

Sie kam auf den esoterischen Trip, glaubte plötzlich an Tarot, Engelkarten und Hexenkult. Sie eröffnete einen Laden mit Räucherstäbchen, Hexenpuppen, Beschwörungsbüchern und Teufelsfratzen, ging regelmäßig zu einer Wahrsagerin und begann selbst, einsame und frustrierte Frauen mit Weissagungen aller Art über´s Ohr zu hauen. Du glaubst nicht, wie dumm die Menschen sind, wenn da jemand qualmend vor ihnen sitzt, mit wichtiger Stimme spricht und das Blaue vom Himmel lügt. Inzwischen bezeichnete sie sich offiziell als Hexe, rauchte vier Schachteln am Tag und hatte sich die Haare rot gefärbt. Ich verließ sie,zog wieder ein und trennte mich nach einem weiteren Gewaltexzess, sowie zwei ungewollten Kindern endgültig von ihr. Während sie mich noch verfluchte, zog ich viele hundert Kilometer weit weg. Sie demolierte alles, was ich nicht schnell genug vor ihr rettete, verschenkte an meine Freunde Hexenbretter, gab die Kinder ins Heim und erzählte Lügen über mich, wo sie nur konnte.

Mir fiel der Neuanfang schwer, ich war arbeitslos und konnte ihrer Unterhaltsklage nichts entgegen setzen. Murat, bist du geschieden? Auch, du Ärmster. Dann kennst du die Sache mit dem Unterhalt, das blutet dich aus, wenn du so dumm warst und während der Ehe gearbeitet hast. Sie verklagte mich, sie gewann, rothaarig, nach Qualm stinkend und mit grellem Blick den Richter bestechend. Obwohl ich mit nichts, außer meinen Kleidern am Leibe aus der Wohnung ausgezogen war, von minimalem Arbeitslosengeld lebt und nicht wusste, wo ich morgen das Essen hernehmen sollte, wurde ich zu horrenden Zahlungen an die selbst ernannte Hexe verurteilt. Ich konnte nichts leisten, wurde wieder verklagt, sollte inhaftiert werden und wusste eines Tages nicht mehr ein noch aus. Sie startete ihre Rufmordkampagne an meinem neuen Wohnort, log, was die Balken ihres Hauses hergaben, während ich mir nicht einmal einen weiteren Umzug leisten konnte, um ihr zu entkommen. Überall wo ich  war und sie erschien, um mich fertig zu machen, blieb hinter mir verbrannte Erde zurück.

Ja, Murat, du hast Recht. Solch eine böse Hexe findest du eigentlich nur noch in Märchenbüchern und Geschichten aus dem Mittelalter. Sie blutete mich aus, als ich einen Job fand und sie das gewahr wurde. Ich durfte immerhin weiter arbeiten, Überstunden machen und ihr mein gesamtes Geld in den gierigen Rachen schieben. Mir blieb nicht viel, um zu Fuß zur Arbeit zu kommen und mich halbwegs zu ernähren. Jedes Jahr verklagte sie mich aufs Neue, rief wöchentlich meinen Arbeitgeber an und verlangte jede Lohnbescheinigung. Mein stummer Hass stieg ins Unermessliche. Ich finanzierte mit meinem Unterhalt ihre fünf Schachteln schwere Zigaretten am Tag, die sie in ihrem widerlichen Lügenschlund verqualmte. Schwarzarbeit konnte ich ihr nicht nachweisen, denn welches Gericht würde schon die Tätigkeitsbezeichnung „Hexe“ anerkennen? Du nickst? Du kennst dich damit aus, nicht wahr?

Murat, als meine Mutter starb, hinterließ sie mir einen winzigen Geldbetrag. Gerade genug, um sie würdig unter die Erde zu bringen und um mir eine Fahrkarte bis vor das luxuriöse Haus dieses ekelhaften Weibes zu kaufen, das mich mein Leben lang weiter verfolgen würde. Für die letzten 10 Euro aus meiner Brieftasche tankte ich einen Kanister Benzin an der Dorftankstelle bis zum Rand voll. An das, was danach kam, kann ich mich nur noch dunkel erinnern. Der verwilderte Vorgarten, das offene Fenster, der Zigarettenrauch, das Schild „Anerkannte Hexe“ neben der Haustür und der Schatten auf dem breiten Brett, die brennende Zigarette im stinkenden Maul unter den roten Haaren. Der Gestank nach Räucherstäbchen und Geschlechtsverkehr, der haarige Arsch des fetten Dorfmetzgers noch halb auf ihr. Die schlaffen Brüste der Alten. Bei ihrem Anblick musste ich mich übergeben, Murat.  

Ich weiß nur, dass das halbe Dorf am Feuer stand, bevor die Feuerwehr eintraf. Die Männer in den Uniformen waren fast alle volltrunken, sie hatten Schützenfest zu feiern und wenig Lust, in dieser Nacht noch zu arbeiten. Als sie von den Schaulustigen erfuhren, dass die Alte noch im Haus war, rollten sie besonders langsam ihre Schläuche aus. Beliebt war sie bei keinem der Männer. Hatte sie doch den Dorfschönheiten und Frauen so einige dreckige Flöhe über weibliche Hexenmacht ins Ohr gesetzt. Als neugierig die Mitglieder des Spielmannszuges eintrafen, um zu schauen, was da los ist, konnte selbst der mit Blaulicht und Martinshorn anfahrende halbtrunkene Dorfpolizist nicht mehr verhindern, dass um das brennende Haus herum zur fröhlichen Blasmusik getanzt wurde. Die Flammen schlugen inzwischen nur noch in den Himmel, wenn das Feuer wieder irgendwelche Essenzen erreichte. Die schwere Hand des Polizisten legte sich auf meine Schulter und er nahm mir beinahe sanft den Benzinkanister ab. Damit verhinderte er gerade noch, dass ich barfuß durch die glühende Räucherkohle in den Trümmern laufen würde, um das rituelle, reinigende Feuer zu genießen.

Hexen müssen verbrannt werden, sagte man im Mittelalter und heute noch in deinem Land, nicht wahr?

Murat, es ist Essenszeit, ich höre den Wärter kommen. Sag mal, warum bist du eigentlich hier?

Familie Sale erobert die Welt

1. Platz Open Wort-Café Bochum am 02.02.2012 – Carsten (CeKaDo) Koch

Familie Sale erobert die Welt

Niemand außer mir scheint es bemerkt zu haben. Seit einiger Zeit wird unsere Wirtschaft von der Familie Sale unterwandert. Ein großes, dunkles Geheimnis wabert über diesem Namen. Denn niemand scheint die Gefahr ernst zu nehmen, die nur ich erkenne. Offenbar über Nacht tauchten erst in den Bekleidungsgeschäften der großen Handelsketten fast schüchtern erste Hinweise auf den späteren Eroberungsschlag auf. Ausgerechnet mitten im Sommerschlussverkauf übernahm der Familienclan zunächst die einschlägigen Modegeschäfte. Niemand außer mir achtete darauf, als an den ersten Kleiderständern neben den üblichen Prozentzeichen ein kleines rotes Schild mit der Aufschrift „Sale“ aufgestellt wurde.

Warum diese groß angelegte Übernahme aller Innenstadtgeschäfte unserer Stadt so harmlos und vorsichtig begann, werden wohl nur die Werbestrategen der Sale-Familie wissen. Wer ist Sale? Wo kommen sie her? Und warum zum Teufel bemerkt niemand, was da gerade mit uns passiert. Ich habe über einen langen Zeitraum intensive Recherchen unternommen, um dieser nahezu unheimlichen Übernahme aller Geschäfte in Deutschland auf den Grund zu kommen. Einzig die Dönerbuden an jeder zweiten Ecke dieses Landes sind von der Besitzerergreifung durch die Sale-Familie noch ausgenommen. Noch! Ich vermutete, dass meine Suche mich nach Italien führen würde. Hinein in das Land der Mafiosi und Bestechungen. Doch weit gefehlt, es kam viel schlimmer.

Mein erster Weg führte ins Internet. Tippen sie doch mal bei Google den Begriff „Sale“ ein. Sie erleben binnen Sekundenbruchteilen den gesamten gemeinen Anschlag auf diese Welt durch die Familie Sale. Innerhalb von 0,23 Sekunden wirft Google 750 Millionen Suchergebnisse zu „Sale“ aus. 750 Millionen offene Übernahmen weltweit. Filtern Sie mit Klick auf „Seiten auf Deutsch“ alle ausländischen Übernahmen weg, dann bleiben allein für Deutschland 154 Millionen Sale-Eroberungen festgestellt. Da wir in unserem Land momentan knapp 81,8 Millionen Einwohner beherbergen, entsteht so die erschreckende Erkenntnis, dass die Sales inzwischen jeden Einwohner und jeden Gewerbebetrieb Deutschlands fest in ihren gierigen Händen halten. Und niemand scheint es zu bemerken. Oder wissen Sie sich etwa von den Sales ferngesteuert?

Meinen vorsichtigen Ermittlungen zur Folge gliedert sich der Sale-Clan in der Hauptsache durch die Gebrüder Sale. Haben sie anfangs, wie oben bereits erwähnt, nur vorsichtig den Namen „Sale“ als Kennzeichnung an Kleiderständern angebracht, so sind inzwischen deutlich die Unterscheidungen der Territorien verschiedener Brüder Sale zu erkennen. Es begann damit, dass an den Schaufensterscheiben der übernommenen Geschäfte plötzlich neben den rotweißen Namensschildern „Sale“ der Vorname des ältesten Bruders und Familienführers Total prangte. „Total Sale“ wurde bekannt dafür, dass er ganze Läden räumen ließ und dafür Rabatte bis zu 70 Prozent versprach. Noch heute ist klar, wo Total Sale den Betrieb übernimmt, steht hinterher kein Regal mehr auf dem anderen. Inwieweit total auch für die erste deutsche „50 Prozent auf alles, außer Tiernahrung“ und die damit verbundene Insolvenz einer großen Heimwerkermarktkette verantwortlich ist, blieb bisher unerklärt.

Total setzt als Druckmittel, wenn eine Übernahme zwecks Räumung am Widerstand der Geschäftsinhaber scheitert, gern und häufig die Brüder „Winter Sale“ und Summer Sale“ ein. Diese beiden schlitzohrigen Gesellen schleichen sich als angebliche Geschäftsberater in die Betriebe ein und sorgen sozusagen von innen heraus für eine Auflösung durch Schleuderpreise. Oft bemerken die heimischen Kaufleute viel zu spät, dass „Total Sale“ bereits das Ruder fest in der Hand hat und den Laden in den Ruin treibt. Das Ergebnis ist gewaltig: Fleece-Jacke = Sale, Top = Sale, Pumps = Sale, Kinderjacke = Sale, Nachthemd = Sale, Sale Mode und Sale Wohnaccessoires. Sale, Sale, überall. Wo man heute auch hinschaut, Sale hat die Geschäftswelt fest im Griff. Ging meine Liebste früher zu „Charme und Anmut“ oder zu „Hager und Mager“, geht sie heute zu Sale. Allerdings weiß ich nie, ob es der Sale an der Ecke oder in der nächsten Stadt ist. Denn Sale ist überall.

Gestern ist mir ein erstes Zeichen des jüngsten Mitglieds des Sale-Clans begegnet und das hat mir Angst gemacht. Am Haushaltswarengeschäft gegenüber prangte im Schaufenster der dicke rote Aufkleber „Super Sale“. Darunter stand „Alles muss raus!“ Super Sale ist der Endschlag gegen die Wirtschaft in diesem Lande. „Alles muss raus“. Mir ist klar, was die Sales wollen. Sie wollen das Land für sich allein.

Verzweifelt habe ich mich an unsere Zeitung gewandt. Ich erklärte ihnen, wie es um die Sales steht und was uns allen droht, wenn diese Familie ihr grauenhaftes Treiben weiterhin ungeschoren fortführen kann. Der Redakteur hatte mich erst ernst angehört und dann ausgelacht. Er meinte, ich wäre da einem großen Irrtum aufgesessen. „Sale“ würde „ße-il“ gesprochen und bedeute das englische Wort für „Verkauf“. Alles wäre ganz harmlos und erklärbar. Aber warum sollte ein Verkäufer etwas in englischer Sprache verkaufen wollen, was sich vorher schon gut auch in Deutsch verkaufte? Ein seltsames Rätsel ist das. Betrübt trottete ich also vorhin heimwärts, noch ganz in Gedanken. Plötzlich traf mich die Erkenntnis wie ein Blitz, als ich die Zeitung aus dem Briefkasten am Straßenrand holte. Auf der Titelseite prangt eine großformatige Anzeige mit dem Hinweis auf „Sale“ im Innenteil. Ich wusste es, auch die Zeitungsleute sind schon infiltriert.

Während ich noch von den Mülltonnen zum Hauseingang unseres Wohnblocks Richtung Haustür wankte, blieb ich beim Anblick eines Schildes wie geschlagen stehen. „Super Sale“ stand da über einem Schriftzug im Fenster der leeren Erdgeschoßwohnung. Darunter ein „Zu verkaufen“ und eine Makleradresse. Vor unserer Haustür. Super Sale hat zugeschlagen. Alles muss raus! Alle müssen raus! Ich muss raus!